Mittwoch, 24. August 2016

Möve schreibt man nicht mit V





 Wer in den 70er, 80er Jahren in Worms oder der näheren Umgebung
aufgewachsen ist, wie ich, schrieb Möve sicherlich viele Jahre falsch.  Das lag an dem Möbelhaus, das in rotweissen Großbuchstaben "Rheinmöve" warb und mit seinen Zeitungsanzeigen und Plakaten ziemlich präsent war.
Dass Möwe sich mit w schreibt lernte ich tatsächlich erst Jahre später
im Studium, 40 km nördlich und immer noch am Rhein.

Möwen hat es heute abend viele. Ich sitze am Ufer vor der Caponniere mit
30 Möwen, 20 Enten, zwei Schwänen, ein paar Tauben und mittendrin zwei kleinen Jungs mit Papa und Futter.
Das ist allerdings nur für den ganz kleinen Jungen interessant.
Der größere fängt Pokemons und hüpft auf den Stufen herum.
Ich finde das Viehzeug spannend und versuche die Vögel zu zeichnen.


Rheinuferromantik.
Vollgeschissene Betontreppen, ein breiter Fluß im Abendlicht,
gelegentlich ein Schiff. Vogelflug und- schwimmverkehr, Gekreische.  

Auf den Stufen die üblichen Uferhocker:
Biertrinker, Vögel fütternde Kinder, verschnaufende Joggerinnen,
Päärchen, zwei Gitarrespieler wechseln sich ab.
Fahrräder, auf der oberen Stufe abgestellt und abgelegt. Rauchschwaden.
Gegenüber die Petersaue im sinkenden Sonnenlicht. Das Wasser tanzt in
Grün und Gold und gluckst vertraut.

Leben am Fluss.


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