Samstag, 27. Mai 2017

Mustermittwoch, mailartfrühling und Hirschkäfer

Unsere letzten zwei Büchlein sind eingetrudelt!

Alex hat ein perfekt gebundenes Löcherbuch verschickt, das mich herzlich zum Lachen brachte!


Der zart marmorierte Umschlag in ebru technik gefällt mir ausserordentlich!

Von Uta - leider ohne blog - kam ein pralles volles buntes witziges unglaublich detailreiches Lieder und Gedichte-Buch. 




 Hasen aus Esspapier, ich lach mich wech. 

An alle Frühlingsdruckerinnen! Es war ein riesen Spaß und Freude die Aktion mit Euch allen zu machen und ich freue mich über jedes Buch. Vielen vielen Dank an Euch Alle!!

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Heute bekam ich ein Geschenk: Ein Hirschkäfermännchen zu meinem Hirschkäferweibchen von Ulrike!



Eine soo schöne detailreiche wunderbare Collagenkarte hab ich noch nie in Händen gehalten! Liebe Ulrike! Ich weiss garnicht, wie ich danken soll. 
Die kriegt nen Ehrenplatz! Vielen vielen Dank!




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Michaelas Mustermonat der Bänder und Knoten ist beinahe rum, da muss ich doch mal schaun, ob ich noch die Kurve kriege.....

Mich mal erinnern an die Seglerei in grauer Vorzeit....



              ... entschuldigt, ich hab so ein Es muss alles auf eine Seite Dings.... und unten knäults sich dann....


Und Bänder? Moment mal. Wo ist Omas Bänderdose? 





Die Handwebbänder, 2. 4. 5. 6. und 7.Reihe oben hat meine Mutter gemacht. 

Zum Teil aus zarter flauschiger Wolle. 
Die Kantbänder in der 3. Reihe schlummern hier seit Jahren....
Die bunten Fabrikwebbänder 1. Reihe oben und 2. unten hat meine Oma an Blusen, Decken, Kissen etc. genäht. 
Die Bänder in der 1. Reihe unten >grün< und letzte Reihe oben >coke< sind aus der Zeit der Hosenbeinverlängerung, 70er Jahre. Damit hat meine Oma meine Hochwasserhosen für noch 1 Jahr tragbar erklärt..... dass ich die Dinger grottig fand, war wurscht. Später hab ich Jungenshosen aus der Nachbarschaft aufgetragen. Eine dicke dunkelgrüne Breitcordhose war mein absoluter Favorit!

Die geerbten grauenhaften Feincordschlaghosen meiner Tante - weiss, türkis (schüttel) oder rot - hab ich per Hand auf schmal genäht, ehe ich sie - seltenst und nur im Notfall des Waschmaschinenausfalls, hust - trug. In den 80ern waren Schlaghosen so was von vollkommen out! Und ich in meiner Dunkelblau-Phase, lach.  Oh menno. Was einem an Erinnerungen anfällt, macht man mal harmlos diese Dose auf.... jaja. 



Spanschachtel. Anna Strupp. Fünfziger Jahre....


Schönes Wochenende all around.



 

Donnerstag, 25. Mai 2017

Gartentage


Es wurde um Fotos gebeten nach dem PÄNG





 Es hängen noch ganz viele herum, die auch noch aufgehen werden....


 Und die kleinen des wilden Mohns lassen wir auch blühen



Götterdämmerungshimmel.... 



Schließlich schneit's 





Sie war's!


 Hartriegelblüte




 Die Hummeln toben in den Lupinen


die Zwiebeln vom Vorjahr blühen 



Erdrauch


Heckenrose 
 
  
Monsieur Bambus


Die Pflanztöppe sind geerbt vom Vorbesitzer. Eigentlich grottig...   Aber man arrangiert sich und versenkt Dachwurz drinne, Tulpen, ab und an mal ne Tomate....

Wiesensalbei
 

Es ist irre, wie schnell Bohnen keimen!
 

Heute gepflanzt: Die Pepperoni von der Fensterbank. Hoffentlich überleben sie ohne schlimmen Sonnenbrand. 
 

Haben die Kinder mal gesetzt: Storchschnabel. 
 

Der Digitalis geht auf!
 

Hinten raus zum Bach das Nachtigallenparadies mit Holunder, Hartriegel und den Bäumen und Büschen des Gartens auf der andern Bachseite. 
 

Darf ich vorstellen: Mischkultur. Kohlrabi, Pflücksalat, Erdbeeren, noch nicht sichtbar: Erbsen, rote Bete, Gurken, zwischendrin wuselt die Minze und dürfen die Glockenblumen stehen bleiben. 


Gegenüber Erdbeeren, Stachelbeeren, Johannisbabys (Stecklinge vom letzten Jahr) Salbei und Lavendel, Wachtelbohnen und dies und das. 


Am Abend gefunden: Madame Hirschkäferin.



Dem Rhabarber ist zu schnell zu warm. Er ist geplättet und treibt neu aus. 
 

Abends um halb acht schönster Wölkchenhimmel. Wir fahren....
 

frühling erinnern

das mag ich an diesen vorfrühlingstagen, die sich damit in eine lange reihe der vorfrühlingstage meiner kinder- und jugenderinnerung reihen: der geruch eines späten nachmittags im übergang zwischen tag und abend. die feuchtigkeit des fallenden dunkels riecht mit einem mal fruchtbarer als winter, bekommt dieses aroma nach erde, die man in der sonne umgewühlt hat oder mit losen blättern weggerecht, erschrockene blasse triebe bloßlegend. der geruch von erde an der haut, der auch nach seifenschrubben in den rillen und unter den nägeln hängen bleibt.

in meinem elternhaus und dem dortigen garten hörte so ein erster vorfrühlingsabend erst dann wirklich auf, wenn wir uns gegenseitig den abendstern zeigten, als sei er just an diesem abend das erste mal im jahr allein für uns aufgegangen!
um dann lachend festzustellen, dass uns das, genau das! jedes jahr so ging und um immer noch lachend im diffusen dämmerdunkel die geräte zusammenzuräumen und hineinzugehn, in das goldene licht, das uns in das haus, ins warme winkte.  die terrassentür noch einen spalt haltend, damit der feuchte abendkühle geruch der erwachenden fruchtbaren erde noch ein weilchen länger zu schmecken war.

jetzt und hier in der stadt dunkelt es in den höfen schneller als auf den balkonen.
so gehört der abendunderdegeruch zu dem adventskalenderlicht, das die häuser gegenüber in ihren fenstern abwechselnd mit dem goldenen widerschein vom westhimmel anknipsen. 
die balkontür bleibt offen für das feuchte fruchtbare duften, das vom schon nächtlichen hof heraufzieht und aus den frischbepflanzten und gewässerten blumenkästen in die küche wandert. zusammen mit den letzten amselgesängen, die durch die hinterhöfe schallen.
bis es zu kühl wird und ich mit einem letzten sehnsüchtigen blick in den himmel, den himmel über den dächern der stadt, die balkontüre schließe. von hier aus sehe ich ihn nicht, den abendstern.

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ein text über frühlingserinnerungen, den ich 2012 geschrieben habe.
den garten meiner kindheit gibt es nicht mehr. aber es gibt meinen garten, die kindheitsgärten meiner kinder.  eine neue generation gartenerinnerungen wächst.
frühling beginnt mir mit der tag- und nacht-gleiche, vorher nicht. vorher ist winter und begrüße ich jeden tag, der heller ist als der vorige. ohne rolläden schlafend beglücken mich die morgen, an denen es vor dem wecker hell wird. die uhrenumstellung bejuble ich, endlich licht bis in den abend! die morgen holen schnell wieder auf. und irgendwann ist es früh so weit, dass die sonne es schafft über die ziegelhäutigen rücken und in mein zimmer scheint. durch das bücherregal wandert.
mittags leuchtet sie die küche aus, dass es von den töpfen blendet. nachts tanzt der mond boogie auf dem tupfigen terrazzo.
frühling. starengeschwätz. störche, gänse, kraniche. in der wohnung verteilt zweige, die blätter entfalten und blüten öffnen. schlehe und aprikose zuerst. rabenkrähen, die in der frühe ausgedehnte unterhaltungen vor meinem fenster führen. meisen kommen baden. amseln graben die blumenkästen um. die nachbarkatze schreit. tauben nisten an den unmöglichsten stellen (unter den balkonbank auf der werkzeugkiste - 10 cm platz. bekloppt). regen, der warm wird. graupel, händevollweise geworfen. 

Samstag, 20. Mai 2017

Herz. Tod. Blut und Silber II

I

durch dieses spaltbreit off'ne herztor
muss er sich zwängen,        
kerl
ungeschlachter.

dieser klotz
rüstungscheppernd, stinkend
nach schweiss und pferd
nach kampf und sieg und tod.

klotzfüßig trampelt er
schrammt stößt schürft sich durch die enge
verdunkelt licht
das schüchtern einfällt
winzige strahlen stehlen sich vorbei.

stolpert durch meine hallen
spürt nicht
schwerfällig und gerüstet wie er ist
wie ihm die luft ausgeht
es dunkler wird.
schiebt die schlechte sicht
dem engen helm zu,
luftnot
auf den zerschund'nen harnisch.

wankt
und bricht in die knie
schwer
ein koloss
unförmig grob
gräbt sein gewicht scharfkantig eckig hart
ins weiche meiner kammer.

kämpft keuchend
und erstickt in seiner rüstung.
blechern hält dieses leben an. 
ein leergelauf'ner aufziehkäfer.

nur noch
rot
hinter geschlossenen lidern
nur noch


rot



II

der ritter
sinkt zusammen.
sterbend mein gefangener.
sein blech verkeilt sich in den wänden.
sie gieren blutig 
öffnen sich und
ziehen sich zusammen.

die riesenfaust pulsiert
zerdrückt den käfermann
schrumpft ihn
zu einem spielzeug
presst
bis das gezappel stirbt.

öffne den rippenkäfig
nimm dein herz
in beide hände
leer ihn aus
den kerl
der jetzt zerdrückt zu schrott
und setz die kammer wieder ein.


herz
schlägt weiter.


III

die laken schüttle auf
und streiche mit den fingern glatt
dann zieh die tücher auf als leinwand.

mit schwarzer tusche wandre all den spuren nach
den fäden, wegen, flüssen,
die all das herzblut hat genommen
gelaufen in die laken
eingesickert trocknend
tiefrot gestockt in zähen pfützen
rechts und links des rippenkäfigs
blattmuster unter deiner hüfte
die spritzer, perlen
all die muster
gepulst vom rhythmus deines bluts.

ich folge dem schläfrigem braunrot mit brennendem schwarz
auf dem beissenden weiss deiner herzwand.

IV

aus meinem körperhaus
quellen quecksilbersäfte
glänzend
in perlen auf der haut.

sie rollen beinwärts
ein polierter rock
der mich umhüllt


fließt über meine knie
dünstet sein gift
und sammelt sich in
pfützen um die fersen 

und umtanzt die zehen
spielt silbern an den knöcheln.

ich gleite nieder
suche mein gesicht
lege die wange
auf den hellen see.

der spiegel zittert
unter dem atem
ein segel


(c) Eva Becker, 28.3.2017.
work in progress. 21.5.2017

Gartentage


Grüße aus dem Garten

Tänzerin im lila Kleid

Im Innern der Krone

Mangold, Melde, Portulak, Borretsch, Goldmohn und der zärtliche Erdrauch

Zucchinikinderstube mit Butternutcousin

In den Beeten stehn wie Fackeln die Lupinen....

Macht die Äuglein zu ...

Es regt sich Leben nach dem Frost

Sie duften nach frischgemahlenem weissen Pfeffer, wusstest Ihr das? Nase dran!

Steinbrech neben Lenzrose. Bitte vertragen

Maiglöckchenbongo

Rosmarinmonster, eingefasst mit Pimpinelle, der Rittersporn schüttelt blassgrüne Hände

kurz vor'm PÄNG

Queensmeeting



Pappelwolle
Noch steht sie

Kühler Mai 

In den Beeten stehn wie Fackeln die Lupinen
Wind beißt in meine Hände
Sonne hat  die Erde aufgewärmt
und das Wasser auch im Regenfaß


In den Beeten stehn wie Fackeln die Lupinen
Bienen fliegen in den Blütenmäulern ein und aus
Erdrauch deckt zartgrau beblättert rosablütig karge Flächen
und vom nahen Baseballstadion weht Lärm


Wind beißt in meine Hände
Augen blinzeln Staub und Sand
Sittiche im Baum zerbeissen bröselnd Pappelblüten
In den Beeten stehn wie Fackeln die Lupinen



(Mai 2012)




Treibt's bunt. Und riecht mal an Lupinen.