Samstag, 21. April 2018

Glück am Samstag

Flohmarktglück


Norwegisches Wikingerbesteck samt Salz und Pfefferstreuer

und eine schöne lange Kette - passend zum blauen Kleid. 

Marktglück
kleine Artischocken. Hmmm, mit Weingretel - äh Vinaigrette- knofellastig, sehr grüngewürzig, geliebter Genuss. 


Pflanzenglück

Die Kinderstube legt sich mächtig ins Zeug - die Zucchini grüßt!


Balkonglück
Eine Dose Blumenwiese, die schon einige Jahre alt ist, hat doch noch keimfähige Samen beherbergt. Gespannt, was es alles wird. 


Taubenunglück


Der Schädlingsbekämpfer war am Freitag da und hat alle Fensterbänke, Mauervorsprünge, Erkerwinkel der Fassade gespickt. Grottenhässlich. Aber besser als 2 cm Taubendreck in diversen Ecken... zu schweigen von den Milben, die in die Wohnung kamen. 

Hofglück


Madame hat die Kerzen aufgesteckt. 

Treibt's bunt. 



Freitag, 13. April 2018

über Tellerränder gucken

Nach zwei Wochen zuhause, weniger Urlaub als vielmehr  Zahndesaster, zwei Tage "Baustelle", stapeln sich die Aufträge im Job, mache ich Listen rauf und runter, um bloß keinen Kunden zu vergessen, alle Termine  einzuhalten.

Dieserhalb und desterwegen gibbes heut nur links und rechts und hiers und das. 

Embrace - Du bist schön
Ein augenöffnender Film über das Annehmen und Lieben unserer Körper in jeglicher Form, Farbe, Ausdehung - wir haben nur den einen! Sehr sehenswert, guckt ihn mit den Töchtern, Enkelinnen.... er macht Mut. 
Ein Verein aus Berlin, bundesweit unterwegs, Pädagogik an der Schnittstelle Islam, Islamfeindlichkeit und Islamismus, wie sie sich selbst beschreiben.  Spannende Texte und Interviews und Projekte.

Ali Can mit seiner hotline für besorgte Bürger. Der Gründer des Vereins für interkulturellen Frieden setzt sich für eine friedliebende einander wertschätzende Gesellschaft ein. ali-can.de

Hinter uns mein Land - eines der anrührendsten bewegendsten Stücke, die ich je im Zusammenhang mit Flucht und Vertreibung gehört habe. 
Und es schlägt den Bogen rückwärts in die deutsche Geschichte. Chapeau und sehr tiefe Verbeugung vor Babak Ghassim. 


 Ganz zuletzt in eigener Sache ein Probenmitschnitt von gestern Abend:  
https://drive.google.com/file/d/0B3QH3E5tHBEeS25qaERVdnY2X2ZpLS1iNTMwZFJqRjZGVXdN/view

... work in progress ... 
werd noch....

Treibt's bunt.



Freitag, 6. April 2018

kopfsalat

mausespeck und muschelkatze
reich mir deine krallentatze
pelzgesicht und mauseohr
komm hinter deinem ofen vor
schwing das tanzbein
hüpf im kreis
lache über jeden


tralala!!!!!



6.7.16
grade gefunden. 


Donnerstag, 5. April 2018

5 fragen am 5ten

Die liebe Luzia Pimpinella fragt wieder 5 Fragen und ich sitze nachts vor'm Rechner, zähle die Stunden, die ich noch Zahnwummern aushalte, ehe ich die letzte noch vorhandene Tablette nehme um schlafen zu können.

1. Mit welchen berühmten Persönlichkeiten würdest du gerne mal eine wilde Party feiern?
Hmpf.  Okay, sie schreibt dazu, muss nicht wilde Party sei, kann auch Sit-in mit deep-shit-Gespräch sein. Passt besser glaube ich. Mit Sy Montgomery. Seit ich ihr Octopusbuch gelesen habe bin ich neugierig auf diese Frau!

2. Singst du laut im Auto, wenn du allein unterwegs bist?
Ich singe laut auf dem Fahrrad!  Nicht immer, aber gelegentlich und sehr begeistert. Grins.

3. Gibt es Sprüche oder Redewendungen, die ihr regelmäßig benutzt? Wenn ja, welche?
Wenn eine/r der Familie etwas ausgesprochen überflüssiges fragt, kommt gerne ein "Du bist 43 Jahr un Elektroinscheneur, Du derfschd aach 7 Bällcher Eis esse" - Badesalzzitat. 
Es kommt auch gern "alter ländlicher Brauch" - ein Zitat aus einem Hepburn-Tracy-Film.

Ein meistgehasster Elternspruch war "stell Dich nicht so an!" - den verwende ich nicht.
(Uff, Stirn wisch)
Ein weiterer (Erklärung: Ich habe immer, auch heute noch, an der Fingerhaut gepittelt oder gekaut bei Nervosität, starkem Druck, Unsicherheit, Überforderung, wenn alles zu viel - und mache das manchmal heute noch) also weiterer Hassspruch wenn ich dabei erwischt wurde: "haste Hunger?" - das habe ich zutiefst gehasst und immer gedacht, "lass mich doch in Ruhe, ich pittle - DU RAUCHST." Ich hab mich nie getraut, das zu entgegnen. Auch den Spruch gibt es in unserer Familie nicht. (Jedes Kind pittelt oder lutscht oder kaut mal)

4. Glaubst du, dass es Menschen mit einer grundsätzlich positiven oder auch grundsätzlich negativen Aura gibt?
Ja. Absolut. Einer meiner Kunden, ein junger Afghane, der nach 6 Jahren in Italien nun in unserer Stadt lebt, am Anfang noch etwas mit der Sprache haderte - Hände, Füße, Englisch, Deutsch, mein rudimentäres Latein-Italienisch und  viel Lachen - hat eine Ausstrahlung, so was hab ich noch nicht erlebt. Er kommt rein und die Sonne geht auf. Positiv. So umwerfend!
Und er ist immer so, ob er jetzt beruflich was bei uns zu tun hat oder ich an der Pizzeria vorbeiradle, in der er jobbt, er guckt, winkt, strahlt.  Sonne.

Als ich noch ziemlich klein war, hatte die Freundin meiner Oma, Tante Pepi, noch einen Bruder, der bei ihr lebte, Onkel Valtin. Ich habe ihn immer und ausschliesslich meckernd, schlechtgelaunt und unfreundlich wahrgenommen. (und kein Wort verstanden, das kam auch noch dazu) Die Beiden waren damals schon um die 70.  Als Kind macht man um so nen Menschen einen Bogen. Oder hat Angst. Oder Beides.
Ich grabe grade in meiner Erinnerung und stelle fest, dass auch Menschen, die ich unglaublich mies in Erinnerung habe, keine komplett negative Aura hatten - eher eine, wie soll ich sagen, sehr unausgeglichene.  Was am Tag Y okay war, brachte am Tag X einen Wutanfall zur Entladung; Menschen, bei denen ich nicht wusste, in welches Messer laufe ich heute? Ich glaube das ist schlimmer als ein Mensch, den man, wenn auch komplett negativ, einordnen kann.

5. Was machst du meistens um drei Uhr nachmittags?
Kochen. Jedenfalls unter der Woche. Bis halb vier/vier sind dann meist auch die Andern zuhause und haben Hunger. Manchmal bin ich um drei auch noch arbeiten oder auf dem Heimweg einkaufen.  Bin ich zu spät, habe keine Lust zu kochen, muss ich oder wer anders gleich wieder weg, dann schmieren wir uns Stullen.
Am Wochenende verschiebt sich das Kochen meist in den Abend oder mein Mann kocht.  

                                                          *   *   *

Weil ich den März verpeilt habe, nehme ich mit jetzt die Freiheit, die 5 Märzfragen noch schnell hinterherzuschieben. 

1. Wenn du ein Gericht zum Essen wärst, was wärst du dann?
Butterbrot. Grad aus dem Ofen, noch heiss, abbrechen, Butter drauf.
Oder so ne Sammelsuriumpfanne aus Resten, Kartoffeln, bisschen Paprika, ein Stück Tomate, halbtote Zwiebel kleingeschnippelt, Brokkoliübriges, viel Gewürze rein (zB Raz el Hanout) und viel Käse drüber.

2. Welches Buch oder welche Bücher liebst du so sehr, dass die es / sie mehr als einmal gelesen hast?
Das ist ne ganze Latte, ich gehöre zu dem absoluten Wiederleserinnen.  Schätzings Das unbekannte Universum über die Tiefsee ist eines der Bücher, die den Leseplatz am Kopfende eigentlich nie verlassen. Ein Sachbuch, das mich schon mehrere Jahre begleitet. Die Bücher von Toni Morrisson, am liebsten Heimkehr und Salomons Lied. Witwe für ein Jahr von John Irving und auch Twisted River. Der fliegende Berg von Christoph Ransmayr und Die letzte Welt, auch von ihm. Alle Krimis von Kathy Reichs, Friedrich Glauser, Gisbert Haefs und Fred Vargas. Christa Wolfs Medea. Die Gedichtbände von Les Murray. Harry Mulischs Die Entdeckung des Himmels. Das stille Mädchen von Peter Hoeg. Ich höre hier auf. Meine Regale sind gestopft voll mit Büchern, die allesamt mehrfach gelesen wurden und wieder gelesen werden. Jedes Buch, das ich nach einmal lesen für nicht wiederlesenswert befinde, fliegt raus. (Es sind immer noch zu viele in den Regalen...) Ach, zwei noch: Die Kinder der Finsternis von Wolf von Niebelschütz. Mit historischen Romanen kriegt man mich selten, aber der Dachs von Ghissi (Kinder der Finsternis) ist einfach umfassend recherchiert und grandios erzählt. Und wird alle paar Jahre wiedergelesen. Genauso wie das wunderbar gut geschriebene Besessen von Antonia S. Byatt.

3. Entschuldigst du dich zu oft?
Nö. Berufsbedingt schon mal auch für Zeug, das nicht wir verbockt haben, aber man entschuldigt sich halt. In der Familie hab ich es mir angewöhnt, da meine Mutter sich nicht bei mir für egal was entschuldigen konnte und ich mir ganz ganz fest vornahm, so wirst Du nie.
Aber das braucht Übung!  Nein. Ich entschuldige mich nicht zu oft. Dazu bin ich zu hitzköpfig. Ich fluche schnell, laut und heftig.

4. Wann und über was hast du das letzte Mal laut gejubelt?
Als meine Freundin, die darauf echt lange wartete, endlich schwanger war.
Bei unserer letzten Probe, als der aufgenommene take so gut geklappt hat, dass wir uns abklatschten und freuten wie blöd. (Naja eigentlich hab ich eher verhalten gejubelt, weil ich's garnicht so richtig glauben konnte.)

5. Wenn Geld keine Rolle spielen würde, wo würde deine nächste Reise hingehen und wie würde sie aussehen?
Eh, okay, sie wäre wohl was länger. Und ob ich alles mit der Bahn schaffen würde, mal gucken. Bis Constanza in Rumänien geht ein Nachtzug von Deutschland über Österreich und Ungarn, mit dem sind wir mal bis Budapest mitgefahren, also Constanza, mit der Fähre nach Odessa und von Odessa aus mit der Fähre über das schwarze Meer nach Georgien. Georgien muss grün und sehr lieblich sein, landschaftlich. Da würde ich gerne mich treiben lassen.  Von dort aus weiter, Armenien/Aserbeidschan, Iran. Mit Freunden aus/in Schiraz treffen. Kennt Ihr den Film "Weit" - unbedingt anschauen. So würde ich nun nicht reisen wollen, per Autostop und mit 5€ am Tag, dazu bin ich zu alt und traue es mir auch nicht zu, aber mit dem Zug durch Europa bis Asien, ja, das fänd ich sehr verlockend. Zeit dürfte auch keine Rolle spielen. Genügend Zeit für jedes Land.... und Menschen kennenlernen.

So, nun warte ich bis morgen früh, dann verlink ich's bei Luzia.
Treibt's bunt!

update: Der Zahn ist draussen und jetzt hab ich Schmerzmittel intus für den Z. n. chirurgischem Eingriff, wie die Krankschreibung vermeldet. Menno, Drama in 4 Akten, seit 2015, endlich zu Ende.



Dienstag, 3. April 2018

was so los war....

Ostern war los.

Nächtlicher Backwahn:

 Sauerteigbrot

Häschen und Zopf


Eier-anmalen-Samstagnachts-Familien-Tradition


Einsääaktionen

 Tomatensorten en masse, Zucchini, Kürbanten, nicht im Bild der Salat, der schon zweieinhalb   Zentimeter hat! und das Geraffel auf der Fensterbank draussen.

Paprika und Chillies - hoffentlich gehen sie auf!


Post kam und Besuch. Die liebe Frau Frosch war da und brachte mir ein Farbkastenersatzbuch und herrliche Farbklexe mit -- oben links

Lawendula schickte mir -- ausser einer, wie sie sagte missglückten Karte (ich finde sie wunderschön, aber finde sie grade nicht zum Zeigen, denn sie ist in einem der sieben Bücher, die sich im Bett stapeln, sofort Buchzeichen geworden) -- einen Umschlag voller schönster Kleinigkeiten, wie dem kleinen Büchlein, jeder Menge Minicollagenmaterial  und toller Aufkleber -- rechte Seite oben und unten

und Eva ließ mir einen Rättmän zufliegen -- unten links, der hier seither Chaos veranstaltet, mein Marzipanei anfrisst, Zellophanundaluverpackungen in Konfetti verknispelt und auch sonst so ist, wie wir das von den geliebten Evamönschterli gewohnt sind!
Danke Ihr Lieben!



Der zweite Bogen Frühlingspostkunst kam geflattert:



Jutta (ohne blog) hat, wie sie selbst schreibt, eine Handvoll Blümchen, dann doch etwas Schnee, des Frühlings Band und vielleicht ein paar lila Veilchen gedruckt. Total schön!
Vielen Dank!


Vorhin eine wilde Badeorgie unten im Hof und ich bin hrrmmgrummelmotzsauer auf meine Nachbarn, die mir jeden aber auch jeden Scheiss wie ein Stück Rohr auf meinen Pflanztisch stellen, obwohl ihnen der ganze restliche Hof zur Verfügung steht....






Schöne Frühlingstage Euch allen. Treibt's bunt!

Vielleicht mit Tank and the Bangas - enjoy!



die teetassenkröte liest kaffeesatz

die teetassenkröte liest kaffeesatz

"guten morgen" knarzt und quarrt es aus der leeren tasse hinauf, trifft mein waches, nichtsdestotrotz völligst verwirrung anheim fallendes hirn und spricht mich also an.
ich senke den blick schräg nach unten.
da sitzt sie. die teetassenkröte. breitmäulig dickbäuchig braun.


"soll ich dir was aus dem kaffeesatz lesen?" knarzt sie.  "du bist falsch in dieser tasse, kröte", entgegne ich, "alles worin du deine kralligen füße paddelst ist teesatz."
"egal, paperlapapp, jacke wie mütze" quakt das tier, mustert mich schiefmäulig und hebt an "wunderbar freie tage liegen nun vor dir".
unschwer zu erkennen, denke ich bei mir, bin ich zwar nach wie vor kopfkissenstruppig in vielfältiger richtung, tauche jedoch schon drei tassen lang geradezu unverschämt ausgeschlafen statt werktäglich hohläugig in den krötigen horizont.
"jahrmarktsgeplänkel" brumme ich, "offensichtliches genau zu betrachten und als vorhersage getarnt wiederzugeben."

"jemand nahe dir wird krankheit anheim fallen" orakelt sie weiter. auch das ist nicht weiter verwunderlich, schiebt sich doch nasennah über den tassenrand, morgenblind weil kontaltlinsenledig, der bärtige schädel des gatten, begleitet die neugier schlecht unterdrücktes niesen und husten, weckruf seiner frühlingsverschnupftem atemwege. ich ziehe die teetasse weg und reiche taschentücher.
"erzähl mir was neues, kröte" sage ich, "allmorgendlich dieses getöse."

ich trage die tasse zum küchenbalkon. draussen ein vogelkonzert, gebalze, was das zeug hält. die meisen wie mäuse schlüpfen im kahlen wein umher und fangen unter efeublätterchen kleinzeug. "es wird frühling", quakt die kröte und schielt auf den meisenschiss, den 'klacks' just in diesem moment ihre stirn ziert.



"alles gute kommt von oben" lache ich und verpasse ihr eine dusche.